7.Ecuador

 

Nach ca. 2 Stunden hatten wir auch endlich das Papier für das Auto in Ecuador. Unsere Soles hatte ich inzwischen gen Dollars umgetauscht. Auf sehr schlechter Erdstraße und zwei Polizeikontrollen ging es über Zumba nach Vilcabamba. Es wurde schwül und regnerisch in den Bergen. In Vilcabamba fanden wir die Cassita nicht, die wir uns als Unterkunft rausgesucht hatten und stiegen in dem einzigen Hotel Valle Sagrado ab, weil es stark regnete. Außerdem hatte mich mal wieder Montezumas Rache erwischt und so war ich froh, ein eigenes Klo zu haben. Wir gingen noch etwas essen um die Ecke, war aber auch nicht doll. Auch dort mußte ich die Banos besuchen. Wir kauften noch Kaffee und Toilettenpapier und gingen in unsere Absteige.

Am nächsten Morgen ging es ganz früh, schon vor sieben Uhr, für uns weiter in Richtung Cuenca. Unterwegs aßen wir Tortillas und tranken Cafe an der Straße. Es ging wieder Berg und Tal mit vielen Kurven durch grüne Felder, die von Kleinbauern bewirtschaftet wurden. Am Nachmittag kamen wir in Cuenca bei Maria bei den Cabanas Yanuncay an. Dort standen wir auf dem Hof von einer Großfamilie, die sich rundherum hübsche Häuschen wie in den Alpen gebaut hatten. Es liefen vier Hunde, drei Hähne und jede Menge Hühner herum. Am Abend wurde es wieder frisch und wir gingen früh ins Bett und haben noch ferngesehen. Wir wurden früh um 1.00 Uhr das erste Mal durch die krähenden Hähne geweckt, sibnd dann aber nochmal eingeschlafen. Gegen Mittag packten wir unsere Schmutzwäsche zusammen und gaben sie in der nahe gelegenen Lavanderia ab. 6,9kg für 5 USD! Weiter ging es mit dem Bus für je 25 Centimus in die historische Altstadt. Wir besuchten als Erstes das Sombrero-Museum, in dem auch heute noch die Panama-Hüte hergestellt werden. Wir kauften uns natürlich auch jeder einen Hut. Dann schlenderten wir noch durch die Stadt, guckten uns die Kathedrale von innen an und machten eine Stadtrundfahrt, aßen zu Mittag für zusammen 5 USD mit Getränken, und kamen ziehmlich erledigt bei Maria an, nachdem wir zu Fuß aus der Stadt zurückgegangen waren und auch noch Brot geholt und die Wäsche fertig wieder abgeholt hatten. Wieder früh ins Bett, da es wieder sehr frisch und früh dunkel wurde. Am Stadtrand ist einfach nichts los. Nachts war unerträgliches Hundegebell und die Hähne waren auch wieder ab 1.00 Uhr in Gang.

Um 9.40 Uhr waren wir startklar und fuhren weiter in die Berge. Leider war der Nebel so stark, sodass ich keine Fotos machen konnte. Aber Gott sei dank war die Straße recht gut. Die Landschaft veränderte sich, es wurde sehr grün und es ging wieder in Serpentinen auf und ab. Am späten Nachmittag war die Sonne wieder da. Wir kamen bis Riobamba und nächtigten dort im Garten vom Hotel Oasis 2. Am Abend gingen wir dann vier Blocks geradeaus und vier Blocks rechts und fanden einen Laden, in dem wir Hamburger + Pommes aßen und Cola tranken für 5,50 USD. Zurück zu unserem Garten, dort hatten wir gutes WIFI, somit wurde noch eine Runde ferngesehen. Am nächsten Morgen wurden wir um 10:20 Uhr von dem Hotelbesitzer aus dem Tor gelassen und wir fuhren weiter in Richtung Quito. Wir hatten eine schöne Straße, die sich gut fahren ließ. Unterwegs konnten wir schon von weitem den Vulkan Cotopaxi (5.897 m hoch) erblicken. Was für ein Bild, sehr beeindruckend! Es herrschte viel Verkehr und Michael erklärte wieder einmal die Ecuadorianer zu den zweitschlechtesten Autofahrer, gleich nach den Peruanern. Die Überholmanöver waren aber auch ganz schön gefährlich, sodaß mir manchmal richtig schlecht wurde.

Am frühen Nachmittag landeten wir bei Gerd, einem Original aus Hamburg, mitten in Quito. Ein junges australisches Paar Anita und Andrew standen auch schon bei ihm auf dem Hof. Am Abend sind wir noch beim Mexikaner lecker essen gewesen.

Ebenfalls waren einige Handwerker und Techniker der Firma Herrenknecht bei Gerd einquartiert, die die Vortriebsmaschine für den U-Bahn-Tunnelbau in Quito zusammenbauen. Heiligabend am Nachmittag haben wir mit Gerd und den eben genannten Leuten ein leckeres Kesselgulasch gegessen und dazu Bier getrunken. Fröhliche Weihnachten! Um 18:30 Uhr haben wir beide noch an einem Gottesdienst in der nahe gelegenen Kirche teilgenommen. Etwas Weihnachtsstimmung muß sein.

Am ersten Weihnachtsfeiertag sind wir nach dem Frühstück und der besten Dusche von ganz Südamerika in die Stadt gelaufen und haben eine dreistündige Stadtrundfahrt gemacht. Dann gab es einen kleinen Imbiss und wir gingen noch auf einen Kunsthandwerkermarkt in der Nähe unseres Hostels und kauften dort ein paar Mitbringsel, klönten noch mit Gerd und den anderen und gingen alle recht früh ins Bett.

Am zweiten Feiertag haben wir nach dem Frühstück wieder Bilder auf den Rechner gezogen und sind dann zum Mittagessen ins Fischrestaurant um die Ecke gegangen und haben dort Langostinos gegessen. Waren sehr gut! Am Abend haben wir wieder mit Gerd geklönt, danach noch fern gesehen. Später gab es mal wieder Regen. In Quito sagt man: Wir haben jeden Tag alle Wetter! Das können wir nur bestätigen.

Am nächsten Morgen sagten wir Gerd und Quito Adios. Wir wollen uns bei seinem nächsten Besuch in Deutschland in Hamburg treffen.

Bevor wir Quito ganz verlassen, wollten wir unbedingt noch zum Äquator. Wir fanden eine riesige, touristische Anlage mit einem großen Monument vor. Natürlich mußten wir uns gegenseitig auf der Null-Linie fotografieren. Was man eben so macht. Dann aber nix wie weg, denn wir wollten fort aus der Großstadt mit dem wilden Treiben und Verkehrslärm.

Neujahr am Nachmittag machten wir mit Rieke, Torsten und Wilma, dem Bus von den beiden, einen Ausflug in den Condor-Park von Otavalo. Es war ein sehr schön angelegter Park mit einigen interessanten Vögeln, die man gerettet hatte, also keine gefangenen Vögel. Nach einem Imbiss sahen wir uns noch die Flugshow an. Ganz toll! Glücklich fuhren wir zurück zum Sommerwind. Dort regnete es nachts sehr stark.

Wir fuhren eine sehr gut ausgebaute Straße bis Ibarra, unterwegs liessen wir noch unser Auto waschen, bevor wir am späten Nachmittag an der Laguna Yahuacocha auf der Finca Sommerwind bei Hans, einem Deutschen, ankamen. Hier waren wir auf einem sehr schönen Platz mit einigen Overlandern gelandet. Wir fühlten uns sofort wohl. Es gab einige Deutsche, auch gab es hier selbstgebackenes Brot und selbstgemachte Marmelade. Am Abend saßen wir mit den anderen beim Bier zusammen und tauschten uns aus.

Am nächsten Tag war die Stimmung sehr getrübt. Es waren einige Paraglyder aus Australien im Hostel einquartiert. Die kamen gegen Mittag von einer Übung zurück und mußten den Tod von einem schottischen Kollegen, der in Kolumbien lebte und dort eine eigene Paraglyding-Schule hatte, beklagen. Viel Polizei war plötzlich vor Ort, um für Aufklärung zu sorgen. Ganz schön niederschmetternd.

Dann kamen zwei junge Schweizer, Andrea und Jonas, die sich neben uns stellten. Wir verstanden uns auf Anhieb. Wir fuhren am nächsten Tag mit den beiden per Bus zum Supermaxi nach Ibarra und zurück mit dem Taxi. Am Abend gab es bei uns für uns vier eine chinesische Pfanne. Die beiden brachten den Nachtisch Obst und Schokolade mit. Es war nett, wir haben lange geklönt.

Am nächsten Tag haben die beiden uns zu Kartoffelsalat und Bratwurst eingeladen. War auch lecker.

Den ganzen Tag waren wir nur am Klönen. Wir zeigten Rieke und Torsten, die weiter in den Süden wollten, unsere Bilder von Pathagonien. Auch mit Petra und Stefan, Friederieke und Gary und auch mit Rene, einem deutschen Lehrer aus Quito mit Frau und Baby Rafael haben wir uns unterhalten. Es waren sehr interessante Gespräche.

Sylvester am Morgen habe ich mit Friederieke einen längeren Spaziergang über den Berg hinter der Finca Sommerwind gemacht. War ganz schön anstrengend, aber schön.

Am Abend trafen wir uns dann alle zum Barbecue. Hans hatte Grillfleisch für alle besorgt, wir anderen brachten Salate und andere Zutaten mit. Wir saßen Ela und Wolfgang gegenüber, sodaß wir fast den ganzen Abend zusammen geredet haben. Über der Lagune war nicht gerade das große Feuerwerk zu sehen, nur ein wenig. Wir wünschten uns alle ein frohes Neues Jahr. Um 1.00 Uhr waren wir im Bett und haben nichts mehr gehört.

Am zweiten Januar packten wir unsere sieben Sachen, verabschiedeten uns von allen und fuhren in Richtung Grenze. Bis zur Grenze war eigentlich alles ganz gut, nicht so viel Verkehr. Auch an der Grenze in Ecuador brauchten wir nicht mal eine halbe Stunde Zeit.