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5.Bolivien

 

Am 28.Oktober haben wir uns, nachdem wir nochmal bei Copec vollgetankt haben, auf den Weg nach Bolivien gemacht. Der Grenzübertritt für uns beide fand noch in San Pedro statt. Für das Auto sollten wir das benötigte Papier oben auf dem Pass in ca. 80 km erhalten. Nah mal sehen, erstmal hoch! Unterwegs trafen wir noch das französische Paar mit der Azalai, von dem die Schweizer erzählt hatten. Bevor wir die erste Lagune zu sehen bekamen, mußten wir noch für die nächsten Tage Parkeintritt bezahlen. Nachdem das erledigt war ging es direkt zur Laguna Blanca und dann zur Laguna Verde. Nur Schotterwege, aber gut zu fahren. Die umliegenden Berge waren durch ihre Höhe und das Farbspiel sehr beeindruckend. Auf dem Weg zur Zollstation in einer Mine in 5.025 m Höhe, haben wir noch einen Stop bei den Geysiren gemacht. Wir waren den ganzen Tag unterwegs, bergauf, bergab. Schließlich haben wir die rote Lagune, die Laguna Colorada gegen Abend nach einem richtigen Höllenritt erreicht, denn wir haben wohl nicht die richtige Spur getroffen. Bei dem Licht sah sie wirklich weinrot aus. Auf jeder Lagune gab es unendlich viele Flamingos und andere Vögel zu sehen. Wir haben vor dem Hostel unser Dach hochgeklappt und sind früh schlafen gegangen, denn es war bitterkalt. Morgens hatten wir dann noch 4 Grad minus. Dennoch sind wir schon um 7:30 Uhr keuchend zur Lagune marschiert, um schöne Fotos von den Flamingos im Morgengrauen zu machen. Frühstück und duschen fiel aus. Wir bekamen kein heisses Wasser. Also weiter in Richtung Uyuni. Unterwegs gab es noch die ein oder andere Lagune, ebenfalls mit Flamingos.

Gegen Abend kamen wir dann in Uyuni an, nahmen uns ein Zimmer im Hotel Tonito und aßen abends Pizza. Sehr zu empfehlen. Am nächsten Morgen haben wir dann Geld getauscht und waren auf dem Markt von Uyuni, um ein paar Besorgungen zu machen. Die Trauben waren so groß wir Pflaumen, sehr lecker. Vor dem Hotel haben wir dann Serge und Sylviane aus der Schweiz getroffen, Bekannte von Cornelia und Jean. Wir haben uns für den Abend zum Essen verabredet.

Nachdem wir unser Auto haben waschen und für den Salar prepaieren lassen, haben wir getankt und ab ging es in Richtung Salar de Uyuni. Circa 20 km Asphaltstraße, dann ging es auf den Salzsee. Unbeschreiblich, soweit das Auge reicht, nur Salz statt Wasser. Im Hintergrund nur Berge, bzw. Felsen, die aus dem See schauten. Schwarze Punkte, die wir erspähten, stellten sich später als Autos heraus. Bei der Insel Incahuasi haben wir auf dem Salar unsere Markise aufgestellt und eine Pause gemacht. Dort waren auch etliche Touris aus aller Herren Länder mit Landcruisern und ihren Führern. Nachdem wir fast den ganzen Tag auf dem Salzsee rumgebrettert sind, haben wir uns dann abends in dem Hotel Les Jardins de Uyuni ein Zimmer genommen. Sehr schön. Zum Abendessen kamen dann die beiden Schweizer ins hoteleigene Restaurant und wir haben viel erzählt und gut gespeist.

Am nächsten Morgen sind wir, nachdem wir unsere Wäsche abgeholt haben, in Richtung Potosi gefahren. Die Straße war recht gut, sodass wir schon mittags in Potosi waren. Es war uns dort aber zuviel Trubel, darum sind wir einfach durchgebraust. Weiter ging es auf einer ebenfalls guten Straße mit unzähligen Lamas, Schafen und Ziegen am Straßenrand nach Sucre zu Felicidad und Alberto in den Garten. Auf der Fahrt dorthin war es sehr heiß, wir hatten teilweise 36 Grad und mehr in den Bergen. Aber es waren tolle Aussichten auf Bergformationen, in tiefe Canyons. Auch gab es unterwegs Ackerbau und Viehzucht, sowie viele schön angelegte Gemüsegärten.

In Sucre haben wir jeden Tag im Mercado eingekauft, was wir so brauchten. Das Gemüse und Obst war geschmacklich einfach toll. Am 2.11. war in Sucre Allerheiligen, also Feiertag. Deshalb gab es kein Brot und andere Lebensmittel zu kaufen. Wir aßen in einer Pollerie ein dickes Hähnchen. Perfekt! Als wir wieder kamen, hatte sich neben uns eine Familie mit 4 kleinen Kindern aus Frankreich mit Anhänger aus Südafrika und Dachzelt niedergelassen.

Am nächsten Tag kamen noch Tim und Jule mit Chicha dazu. Nachts gab es noch Disco in der Nähe. Ganz schön laut.

Wir sind in der Casa de la Libertad gewesen und haben eine englische Führung mitgemacht. Das war geschichtlich sehr interessant. Am Abend sollte dort ein Treffen zwischen dem Präsidenten Evo Morales und dem Präsidenten von Peru Kuczinski stattfinden.

Am Samstag ist Michael zum Friseur gegangen und mit Fastglatze (1mm) wieder rausgekommen. Das hält die nächsten 8 Wochen.

Abends haben wir unseren Cob rausgeholt und mit allen auf dem Platz zusammen gegrillt, gekocht, gegessen und erzählt. Ein schöner Abend!

Am Sonntag sind wir mit dem Bus morgens um 8:30 Uhr nach Tarabuco auf den welt-bekannten Markt gefahren. Das hat Spaß gemacht. Wir haben eine Originaldecke, eine Tasche und eine Geldbörse gekauft. Gegen 15:00 Uhr waren wir wieder zurück.

Am Montag sind wir dann nach 6 Tagen Sucre, eine wirklich hübsche Stadt im Kolonialstil, in Richtung La Paz aufgebrochen. Haben aber noch in Cochabamba im El Ponche Halt gemacht. Das war wirklich urig. Unterwegs hatten wir teilweise 40 Grad, aber auch Schnee auf dem Paso Libertad. Verrückt!

Die Straße nach La Paz war auch wieder überraschend gut und überwiegend geteert. Tolle Aussichten unterwegs auf schneebedeckte Berge, sonst auch wieder viele Gemüsefelder. Es wird noch mit Rindviechern gepflügt. Wir mußten duch El Alto, der Schwesterstadt von La Paz, fahren, um zu unserem Hotel Oberland zu kommen.

Dort waren wir am auspacken, als wir mit Hummel-Hummel ……angesprochen wurden.

Es handelte sich hierbei um Gert, der seit 35 Jahren in Südamerkia lebt. Er bot sich an, uns am nächsten Tag durch bzw. über La Paz zu führen. Wir verabredeten uns für 9:00 Uhr morgens. Das Hotel von Walter ist sehr schön, leider gab es keine anderen Overländer , um sich auszutauschen. Dennoch haben wir dort gut gegessen und sind relativ früh ins Bett gegangen.

Am nächsten Morgen kam Gert und wir sind erstmal mit dem Taxi zur grünen Seilbahnstation gefahren. Die Seilbahnen von La Paz sind sehr beeindruckend, eine technische Meisterleistung. Man kann die Stadt von oben hervorragend anschauen. Gert hat uns zu Allem etwas Geschichtliches und auch neuzeitliches erzählen können. Es gibt aber nicht nur die grüne, nein die gelbe und auch die rote Seilbahn. Die blaue steht kurz vor der Eröffnung. Zwischen den Bahnen sind wir auch noch Taxi, Minibus und Tuff-Taxi gefahren. Auf dem organisierten Markt vor der Endstation der roten Seilbahn haben wir ein paar Kleinigkeiten gekauft. Die Marktfrauen waren sehr aufgeschlossen. Nittags haben wir in der Stadt in einem typischen Einheimischen-Lokal gegessen und Quinoa-Bier probiert. Das war fast neben einem Altersheim. Mit dem Taxi waren wir noch auf einem tollen Aussichtsturm. Von dort sind wir dann runtergegangen zu dem wichtigsten Platz der Stadt, dem Plaza Murillo mit Palacio Legislativo, usw…. Dann waren wir noch auf dem Hexenmarkt und sind anschließend mit dem Tuff-Taxi zum Hotel Oberland zurückgefahren. Es stiegen noch 2 junge Mütter mit Babies und zwei Männer zu. Vorne saß man zu dritt! Ein Erlebnis.

Bei dunklem Erdinger Importbier haben wir dann den Tag ausklingen lassen.

Von La Paz ging es am Donnerstag weiter in Richtung Titicacasee. Nachdem wir wieder durch El Alto fahren mußten, was wirklich eine Herausforderung war. Denn es gab wahnwitzige Umleitungen, sprich gelbe Pfeile, die uns richtig Zeit gekostet haben. Nach fast zwei Stunden waren wir dann endlich auf der Ruta 2, die noch lange nicht fertig sein wird. Immer wieder Baustellen auf der Fahrt. Nachdem wir endlich getankt hatten, es gab keinen Diesel, ging es dann in Richtung San Pablo de Tiquina, wo wir auf dem Titicacasee übersetzten mit der Fähre nach San Pedro de Tiquina. Dann hinterrücks durch die Berge in den Ort Copacabana am Titicacasee zu Martha auf den Campingplatz Suma Samawi, direkt am See gelegen.

Um in den Ort zu kommen, muß man etwa 1,5 km zurücklegen. Es ist schon touristisch. Am Ankunftstag gab es einen Wettbewerb von Spielmannszügen in der Stadt. Am zweiten Tag haben wir Leute wiedergetroffen, denen wir schon mehrfach in Sucre begegnet waren. Die Welt ist doch klein.

Heute haben wir beschlossen, noch zwei Tage hier zu bleiben. Es ist schön ruhig hier auf unserem Platz. Wir haben heute die geschmückten Autos vor der Kathedrale stehen sehen, die sich die Autobesitzer segnen lassen.

Am Sonntag ab 15:00 Uhr stieg hier auf dem Platz bei Martha eine kleine Party von Einheimischen mit ca. 15 Personen, einem DJ mit riesigen Boxen + lauter Salsa-Musik. Aber es wurde nicht getanzt. Die Kinder waren in weiß gekleidet und die Frauen in traditioneller Kleidung, wirklich hübsch. Die Männer waren zeitgemäß gkleidet. Als Geschenke gab es einen kleinen Schrank und ein Bett. Es wurde viel Bier getrunken. Erst als es stockfinster war standen alle auf zum Tanzen. Ich wollte das fotografieren, aber es war zu dunkel. Die Männer haben mich gepackt und ich mußte mit jedem tanzen, bis ich keine Luft mehr bekam. So gegen 22:00 Uhr war das Fest dann vorbei, ich glaube wegen der Kälte. Die Nacht hatte höchstens 6 Grad.