6.Peru

Am nächsten Morgen fuhren wir nur ca. 10 km an die peruanische Grenze. Die Einreise für uns beide lief problemlos ab. Aber dann: wir hatten keine Versicherung für unser Auto. An der Zollstation gab es keine zu kaufen. Nach langem hin und her fuhr der Zollbeamte mit Michael in einem Tuck-Tuck in den 5 km entlegenen nächsten Ort, um in einem Kiosk am Marktplatz eine Versicherung für das Auto zu kaufen. Er lieh Michael das Taxi-Geld und das Geld für die Versicherung, denn wir hatten noch keine Soles. Nachdem Michael Geld gewechselt hatte, zahlte er es ihm zurück und gab ihm 10 USD. Er hat sich gefreut, sie kamen zurück und das wichtige Papier für das Auto wurde ausgestellt und wir konnten weiter fahren. Es ging weiter am Titicacasee in Richtung Puno. Es war eine sehr schöne Strecke. Wir checkten im ECO-Hotel für 20 USD ein, nein wir schliefen im Auto vor dem Hotel! Wir holten uns noch im Hafen, wo wir auch aßen, Tickets für den nächsten Tag für eine Fahrt mit dem Boot zu den Islas de las Uros, den schwimmenden Inseln. Um 18:40 Uhr waren wir schon im Bett, denn es war schwarze Nacht.

Am nächsten Morgen parkten wir auf dem bewachten Parkplatz am Hafen. Unser Boot sollte um 9:10 Uhr starten, es wurde natürlich später. Circa eine halbe Stunde fuhren wir mit dem Boot auf den See hinaus, um dann auf den schwimmenden Inseln an „Land“ zu gehen. Es ist schon komisch auf dem wackligen Untergrund zu gehen. Begrüßt wurden wir von dort lebenden Uros in traditioneller Kleidung. Schön bunt! Erst wurde uns erklärt, wie dort gebaut wird. Dann wurden wir aufgeteilt und Rosa nahm uns mit in ihr Haus. Das wichtigste dortdrin in dem einen Raum war ein riesiges Bett. Rundherum hingen ihre kunterbunten Röcke an den Wänden. Sie überredete uns in traditionelle Kleidung zu steigen, natürlich nur für ein Foto. Dann mußten wir selbstverständlich an ihrem Marktstand etwas kaufen. Es wurde ein Wandbehang mit Pachamama (Mutter Erde)! Gegen 12:00 Uhr waren wir wieder zurück in Puno. Wir mußten tanken und das Auto hatte mal wieder eine gründliche Wäsche nötig. Am Nachmittag ging es dann weiter in Richtung Cusco.

Wir machten unterwegs noch einen Stop zu Vicente in die Berge. Nachdem er uns sein Museum mit ausgestopften Tieren gezeigt,und wir ihm 20 Soles gegeben hatten, erlaubte er uns, vor dem Museum zu schlafen. Da wir keinen Strom hatten, dauerte es auf unserem Spiritus-Kocher etwas länger, bis wir Rühreier zustande brachten. Es wurde schnell dunkel und wir waren wieder früh im Bett. Die Nacht war saukalt, wir hatten Eisblumen am Fenster.

So früh sind wir noch nie losgekommen. Nach Tee und Müsli ging es schon um 8:00 in der Früh weiter, überwiegend an einem Fluß mit vielen Kleinbauern, die ihre Felder bestellten. Mais und Kartoffeln wurden gehackt. Es war ein heißer Tag. Das Thermometer im Auto zeigte teilweise 45 Grad an.

Nachmittags kamen wir in Cusco an und das Navi lotste uns durch ganz enge Gassen den Berg hinauf zum Campingplatz Quinta Lala. Dort waren zwei französische Paare und die Argentinier Pablo und Cielo aus Cordoba. Die waren im Honeymoon!!!

Wieder gingen wir, nachdem es Linsensuppe mit Gemüse und Speck gab, früh ins Bett wegen der Dunkelheit und Kälte. Man konnte abends nicht mehr draußen sitzen.

Wir blieben eine ganze Woche in Cusco. Wir hatten einen sicheren Platz, konnten täglich frische Eier von freilaufenden Hühnern bekommen, hatten eine warme Dusche, die Wirtin machte die Wäsche und es waren nette Leute dort. Mit dem Taxi fuhren wir täglich in die Stadt, buchten die zweitägige Tour nach Machu-Picchu, kauften ein und aßen etwas. Es gab leckere Apfelkuchen. Drei verschiedene haben wir probiert. Auch gab es zwei Bäckereien, die Graubrot mit Körnern hatten. Beim Friseur war ich auch. Ist auch ganz schön kurz geworden. Wir waren dort sehr solide, gingen immer früh ins Bett. Es gab sogar Nächte, in denen wir unsere Lammfelle von den Autositzen mit ins Bett nahmen und mit Mütze schliefen. Es war einfach irre kalt in der Nacht.

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker um 4:30 Uhr! Ich guckte aus dem Fenster und sah in der Morgendämmerung schon viele Menschen auf der Straße Schlange stehen.

Wir reihten uns dort auch ein, kauften Cafe und Sandwiches, Wasser hatten wir uns schon am Tag zuvor besorgt. Kurz vor 6:00 Uhr kamen wir mit dem Bus weg. Oben am Machu-Picchu-Berg angekommen, empfing uns unser Reiseleiter Champi. Erst Bano, dann 2 Stunden Führung mit Champi durch die Ruinen rauf und runter, sehr hohe Stufen, ganz schön anstrengend. Die Sonne kam erst gegen 10:00 Uhr durch, sodass wir nochmal durch den Eingang zur zweiten Runde auf den Berg getappert sind. Nun war es aber ganz schön heiß. Viele Moskoto-Stiche!!!

Zum Mittagessen waren wir zurück im Machu-Picchu-Dorf. Danach stiegen wir noch zu den Thermen in Aquas Calientes auf, denn wir waren klitschnaß geschwitzt.

Nach einem Bad in warmem Wasser gingen wir wieder zurück ins Dorf, tranken Cafe und fuhren dann um 16:20 Uhr zurück mit dem Inka-Trail nach Ollantaytambo. Dort nahmen wir uns einen Bus nach Cusco, wo wir kaputt um ca. 21:00 Uhr ankamen und sofort ins Bett gingen.

Am nächsten Morgen hatten wir nichts zum Frühstück. Unsere Wirtin gab uns Eier und Brot. Wir haben dann den Regen abgewartet und sind erst nachmittags in die Stadt runtergegangen. Haben dann dort auf einem Balkon, mit Blick über den großen Platz vor der Kathedrale Mittag gegessen. Michael hat Alpaka probiert. Sehr festes Fleisch. Abends regnete es wieder und wurde frisch. Somit gingen wir wieder früh ins Bett. Haben uns ein paar Soko`s angesehen. Unsere Moskitostiche haben uns geärgert!

Am Donnerstag sind wir über Saihuite und Abancay, wo wir Pollo gegessen haben, zum Camping Quinta Recrea la Huerta gefahren. Es war eine tolle Strecke, bergauf, bergab, Serpentinen ohne Ende! Unterwegs kauften wir an einem Stand frische, reife Mangos und Bananen. Wir blieben nur eine Nacht, denn es gab keinen Strom und keine heiße Dusche. Die Oma in der Küche gab mir heißes Wasser für Tee, und als Wechselgeld gab sie mir drei unreife Avocados.

Auf nach Nasca!

Die Fahrt bestand wieder aus hunderten von Serpentinen, und hohen Bergen, die teilweise mit Schnee bedeckt waren. Es war eine abwechslungsreiche Landschaft. Es ging teilweise bis auf 4.500 m hoch. Dort oben haben wir hunderte von Alpakas gesehen, auch viele Schafe und Lamas. Leider waren die letzten 50 km nur noch kahle Berge und Wüste. Ätzend!

In Nasca konnten wir hinter dem Hotel Maison Suisse campen. Haben im Hotel gegessen. Sonst keine Gäste – ist keine Saison.

Vormittags sind wir dann vom Airport-Taxi abgeholt worden zu unserem Flug über die Nasca-Linien (80 USD + 25 Soles Tax pP). Das war vielleicht eine wackelige Angelegenheit, uns war beiden schlecht. Müssen wir nicht wieder machen.

Am Nachmittag sind wir dann nur durch Wüste in Richtung Meer (Pazifik) gefahren.

Nur in Ica, dort wo der Pisco hergestellt wird, war es etwas grün durch Wein- und Spargelanbau.

Wir sind dann nach Paracas zum Kite-Club an den Strand gefahren. Dort trafen wir Miriam und Thomas, Freunde von Anja und Tobi.

Die Männer haben von Nachbarn einen alten Camper repariert. Es war ein heißer Tag, ich habe mir den Pelz verbrand. Der Strand war ganz toll! Flamingos und viele andere Vögel suchten direkt am Strand nach Futter. Eine Idylle! Nachmittags gab es Wind zum Kiten und es kamen noch etliche Einheimische zum Surfen.

Abends kochte Mike noch Nudeln mit Hack. Später haben wir gekniffelt.

Noch später gab es dann nebenan eine Abschiedsparty mit Musik. Wir waren auch eingeladen, aber zu müde.

Am nächsten Morgen ist es wieder heiß, wir packen ein und fahren in Richtung Lima. Wieder nur Wüste, kein grün!!!

Die Landrover-Werkstatt war Michaels Ziel – leider war Hanibal nicht da, sodaß wir dort nicht nächtigen konnten.

Also fuhren wir weiter quer durch Lima in den Stadtteil Miraflores (sehr gepflegt, alles Neubauten mit gepflegten Gärten und sauberen Straßen) zu dem uns empfohlenen Backpacker-Hostel in die Avenida Bolognesi 400. Hinter einem großen roten Tor konnten wir direkt vor dem Hostel stehen. Es gab alles, was wir brauchten: Strom, heiße Duschen, eine Küche und gutes Wifi! Auch gab es Nachbarn, Susi und Rüdi aus der Schweiz, bzw. Australien waren schon da. Alles sauber und ordentlich. Abends sind wir dann, da wir ja am Meer waren, schön Fisch essen gegangen im Restaurant um die Ecke, namens Delfin del Mar. Als Vorspeise gab es für uns Ceviche, dann eine Fischsuppe mit viel Einlagen für mich, toll! Mike hat gegrillten Fisch mit Gemüse gegessen. Dazu gab es Sauvignon Blanc, dann Espresso, es war sehr lecker. Da es ja wie immer früh dunkel wurde, sind wir ruckzuck ins Bett und haben noch eine Runde ferngesehen.

Am nächsten Morgen hatten wir zum Frühstück frische Laugenbrötchen aus der Super-Panaderia um die Ecke. Nachdem wir unsere Wäsche in die Lavanderia gegeben hatten, gingen wir runter zum Meer, um dann etwas später mit einem offenen Bus eine dreistündige Sightseeing-Tour zu unternehmen. Eine tolle historische Altstadt mit schönen guterhaltenen Gebäuden. Als wir vor dem Präsidenten-Palast ankamen, war gerade Wachablösung mit großem Orchester mit Marschmusik. Wir haben dann noch einen Gang zu Fuß gemacht mit unserem Guide und sind in einem Museum und einer Kathedrale mit Catacomben gewesen, wo Knochen sortiert und teilweise 15 m tief gestapelt lagen, echt grauenvoll oder einfach nur unglaublich! In der Stadt ( 8 Mio. Einwohner) war ein Wahnsinnsverkehr, sodaß wir froh waren, als wir wieder in Miraflores waren. Wir sind dann nochmal losgegangen, um etwas zu essen. Beim Subway haben wir dann jeder einen Cesar`s Salad mit Hühnchen gegessen und dazu einen frischen Mango-Jugo getrunken. Danach konnten wir unsere Wäsche wieder abholen. Nachts bekam ich dann Durchfall. Vielleicht war die Mischung von Salat und Mango-Saft doch nicht so gut!?

Am blieben wir dann doch lieber im Schatten vor dem Hostel, denn ich benötigte des öfteren eine Toilette, obwohl ich nichts aß, sondern den Tag über nur schwaren Tee trank. Wir haben dann Bilder und Text für die Webseite gemacht. Gegen Abend ging es mir eigentlich ganz gut, wir gingen Pollo mit Gemüse essen, dazu Cola. Nachts mußte ich wieder ein paar mal hoch. Wir sind früh ins Bett mit Ohrstöpseln, weil es von der Straße her ganz schön laut war.

Am nächsten Morgen haben wir noch mit Susi und Rüdi erzählt! Es waren noch Belgier und Holländer gekommen, somit war der Platz vor dem Hostel belegt.

Am Donnerstag sind wir dann, nach dem uns die Holländer, die hinter uns standen, rausgelassen hatten, in Richtung Tarma bei 30 Grad im Schatten gestartet. So gut, wie wir in die Stadt hineingekommen waren, so schlecht war es, um wieder hinauszukommen. Es war ein irrer Verkehr. Wir sind quer durch die Stadt auf die Carreterra-Central gefahren. Unglaublich viele LKW`s und Busse waren unterwegs und überholten uns an den unmöglichsten Stellen. Die Fahrt ging mal wieder durch die Berge bis über 4.800 m hoch. Rechts und links wurden wir, auch in Kurven überholt. Es war sehr anstrengend für Mike, denn er war die ganze Zeit am Fluchen. Gegen Abend kamen wir dann ganz schön kaputt in Tarma auf der Hazienda La Florida bei Inge und Pepe an, einer Deutschen und einem Peruaner! In der Nacht hatten wir beide Durchfall. Deshalb gab es am nächsten Tag nur trocken Brot und Tee. Magenkrämpfe und Durchfall, wir haben den ganzen Tag rumgegammelt. Am Abend gab es dann Imodium-Akut! Danach wurde es besser und wir spielten noch Kniffel. Vorm Schlafen haben wir dann noch eine Runde Soko geguckt. Wir haben die Nacht durchgeschlafen.

Am nächsten Tag waren wir in Tarma auf dem Markt und haben eingekauft. Mit dem Minibus für 70 Centimus sind wir in die Stadt und auch wieder zurückgefahren.

Am Nachmittag haben wir unsere Rückreise gebucht. Wir fanden Marcels Idee, mit einem Kreuzfahrtschiff zurückzufahren genial. Am 5.3.2017 werden wir in Miami an Bord der Aida Avita gehen und am 24.3.2017 in Hamburg einlaufen. Wir hoffen, dass wir unser Auto Mitte Februar in Cartagena an Bord bringen können.

Am Abend haben wir dann mit unserem Cobb unser Bife de Agosto gegrillt. Dazu gab es lecker Pfannengemüse.

Am Sonntag gab es keinen Strom, also mußten wir unseren Spiritus-Kocher aktivieren, um Teewasser zu kochen. Mittags gab es dann das Fleisch von gestern kalt auf Brötchen. Den ganzen Nachmittag und Abend haben wir wegen Regen und Kälte (14 Grad) mit fernsehen im Auto verbracht. Um 22.00 kamen Inge und Pepe ans Auto und klopften, die Hunde Ramon und Rolf waren nicht aufzufinden. Wir hatten sie zuletzt gesehen, als wir im Auto verschwanden. Am nächsten Morgen hatte Pepe sie gefunden, sie waren auf Freiers Füßen!

Endlich war es heiß, so um 10.00 Uhr waren es bereits 25 Grad. Nachdem wir gefrühstückt und gepackt hatten, sind wir nach Tarma gefahren, um unser Auto waschen zu lassen. Danach sind wir in Richtung Oxapampa durch die Berge gefahren. Unterwegs haben wir den reinsten Dschungel gesehen: Unglaublich viele Bananen, Mangos und Avocados, Strelizien und andere Blumen. Eine bunte Vielfalt und viel, viel Grün, wohin das Auge blickte. Unterwegs haben wir in San Ramon zu Mittag gegessen, naja, für 12 Soles kann man auch nicht viel erwarten.

Gegen Abend fing es an zu regnen. Wir waren froh, als wir in Oxapampa ankamen. Die vorher ausgeguckten Hotels waren alle nicht besucht, sodass wir auf einen Campingplatz Ramada, den ich bei Einfahrt gesehen hatte, fuhren. Dort war zwar alles noch nicht fertig, aber wir durften vor dem Haus der Senora Elena übernachten. Es war eine sehr nette Familie.

In der Nacht und auch morgens hat es kräftig gewittert und geregnet. Nachdem wir auf einer Schotterstrecke versucht haben, weiter in den Nationalpark zu fahren, in dem es über 500 verschiedene Orchideen geben soll, sind wir umgekehrt, da der Weg einfach zu schlecht war. Also fuhren wir zurück zu Inge und Pepe auf die Hazienda La Florida.

Nachdem wir dort noch eine Nacht verbrachten, ging es weiter in Richtung Huanuco. Bis Cerro de Pasco war es eine tolle Straße, allerdings waren es wieder nur Pampa und kahle Berge. Leider hatten wir uns für die linke Variante entschiden und landeten in der Minenstadt Cerro de Pasco, aus der es nicht so leicht war, wieder herauszukommen. Unser GPS führte uns ein paar Mal in die Irre. Zum Schluß landeten wir direkt vor der Einfahrt zu einer noch bestehenden Mine. Man ließ uns nicht weiter fahren. Wir mußten kehrtmachen. Einer der Angestellten der Mine fuhr vor uns her, der kannte die Schleichwege die Berge hinunter. Nach einer abenteuerlichen Fahrt landeten wir tatsächlich wieder auf der Ruta 3N. In Huanacu haben wir dann für 50 Soles im Gran Hotel de la Vega übernachtet. Unser Auto stand sicher in einer Cochera!

Abendessen gab es nebenan.

Am nächsten Morgen sind wir dann die bisher schlimmste Strecke durch die Berge in Richtung Huaraz gefahren. Es gab soviele Löche in dem Asphalt, dass der einem Edamer Käse glich. Wir haben für 300 kmca. 7 Stunden gebraucht, ätzend, zumal Michael die Peruaner zu den schlechtesten Autofahrern erkoren hat, die er bisher kennengelernt hatte. Sie überholen ständig, erst recht in den Kurven. Michael ist echt genervt davon und ständig am schimpfen. Im Dunkeln erreichten wir Huaraz und nächtigten dort im Hotel Real. Abendessen gab !es glücklicherweise im Hotel: Ich habe Picante de Cuy bestellt (Meerschweinchen). War nicht mein Fall! Im Bett haben wir noch ferngesehen.

Nach dem amerikanischen Frühstück sind wir früh weggekommen in Richtung Caraz.

Es wurden 24 Grad bei Sonnenschein. Unterwegs mußten wir schon wieder das Auto waschen lassen. Wir haben dann erst einmal auf dem Markt in Caraz eingekauft und sind dann direkt zu Jaime auf den Campingplatz Guadelupe gefahren. Dort warteten schon Susi und Rüdi bekannt aus Lima) und Miriam und Thomas (bekannt aus Paracas) auf uns. Haben zusammen Kaffee getrunken und Susis Früchtekuchen gegessen. Geklönt bis die Franzosen weg waren und wir uns auf den Platz stellen konnten.

Später haben wir dann noch eine Gemüsepfanne mit Fleisch gegessen.

Am Vormittag sind wir mit dem Tuck-Tuck zur Lavanderia in Caraz gefahren und haben dort unsere Wäsche abgegeben, Geld geholt und Michaels Hose für einen Sol nähen lassen. Mittags gab es für jeden eine Mango.

Am Abend, die anderen vier waren von ihrem Ausflug zurück, saßen wir alle zusammen und es gab Tee, Käse und Brot, dazu Guacamole und zum Nachtisch Vanillecreme mit Banane. Später Wein und Popcorn. Wir haben viel gelacht.

Am Sonntag haben wir nach dem Frühstück Bilder erst auf den PC, dann auf die Webseite gebracht. Alle Geräte wieder aufgeladen!

Am Abend kamen noch Bernardo und Krys mit Beagledame Helen aus Venezuela. Wir haben alle zusammengesessen und Bier getrunken. Dazu hatte Susi Plätzchen und Schokolade serviert. Es gab auch Zimt-Tee und sogar eine Kerze, es war ja der dritte Advent!

Am Montagmorgen haben alle zusammengepackt. Es wurden noch Fotos gemacht und Jaime gelobt für sein Projekt mit dem Campingplatz. Wir haben uns von allen verabschiedet. Nachdem die Schweizer und die Schweiz-Australier weg waren, sind wir auch zu den Lagunen aufgebrochen. Der Weg zu dem Nationalpark war nicht besonders schön, aber auch nicht besonders schlecht, ein Sandweg mit viel Steinen eben.

Die Lagunen hatten die grüne Farbe wie die Laguna Verde in Bolivien. Eindrucksvoll waren die schneebedeckten Gipfel der 6000er Bergkette, wie die Fotos beweisen. Es war ein schöner Ausflug. Unterwegs gab es sehr viele Blumenfelder, Caraz soll das ganze Jahr über Blumen liefern können. Als wir wieder zurück in Caraz waren, holten wir unsere Wäsche ab und kauften Apfelkuchen zum Kaffee. Zurück zu Jaime auf den Campingplatz.

Dort bauten wir nach dem Kaffee das Zelt ab, d.h. alles einpacken!

Am Abend gab es dann noch Spaghetti mit Gemüse, zum Nachtisch Obstsalat. Es ging wieder früh ins Bett, da es früh dunkel und frisch wurde.

Am Dienstag sind wir dann früh gestartet. Die doppelte Spitze des Berges Huascaran (6.768 m hoch) war unterwegs ganz deutlich zu sehen und mußte noch fotografiert werden. Dann ging es durch den Canyon del Pato, 3.939 m hoch sind wir gefahren, mit angeblich 35 Tunneln. Es war teilweise so eng und so tief, dass ich das Ende unten nicht sehen konnte. Ich war total verkrampft, denn es ging steil an meiner Seite runter, ich war nicht in der Lage, um zu fotografieren, dennoch war die Aussicht grandios. Unterwegs wurde Paprika, Mais, Zwiebeln , Wein und etliches Gemüse angebaut. Auch gab es wieder Mangos , Bananen und Avocados ohne Ende. Nachdem wir fast wieder unten waren, war wieder nur Wüste bis Trujillo. In der Stadt kauften wir bei VEA ein und fuhren dann ans Meer nach Huanchaco zur Casa Amelie, wo wir direkt hinter dem Tor stehen können. Meeresrauschen in der Nacht ist schon schön. Heute haben wir mehr als 30 Grad. In dem Hostel haben wir viele Mädels mit Rucksack aus aller Welt getroffen. Die meisten machen morgens Yoga! Auch gab es hier etliche Surfer. Uns war das Meer zu dreckig und der Strand zu schwarz, außerdem kam danach nur Wüste. Abends haben wir dort nebenan Langostinos gegessen und einen tollen Sonnenuntergang gehabt. Zwei Nächte sind wir dort geblieben, dann zog es uns weiter gen Norden. Die Straße an der Küste war gut, aber rechts und links war nur Wüste mit ganz viel Müll. In Pacasmayo, der Reishauptstadt war es besonders schlimm mit dem Müll. Wir bogen ab in Richtung Cajamarca (2.750 m hoch) und fuhren eine sehr schöne Strecke durch die Berge mit Reis-, Mais- und Zuckerrohrfeldern, eingerahmt von Bananenstauden und Kokospalmen. Wieder gab es riesige Mango-Bäume ohne Ende, aber auch viele Papays. In Cajamarca angekommen, regnete es kräftig. Wir kauften dort noch etwas Brot in der Stadt und fuhren dann auf die Hazienda San Antonio, wo wir hinter dem Hotel gut stehen konnten. In Banos del Inca tankten wir und es ging wieder in die Berge. Durch tolle Täler und dann auch wieder sehr hoch über die Cordillera Central. An der großen Baustelle für eine neue Brücke war die Straße auf einmal gesperrt und wir verloren wertvolle Zeit. Wir benötigten für 260 km den ganzen Tag und kamen erst im Dunkeln bei Ada auf der Estancia Chillo an. Dort war mal wieder gerade der Strom abgestellt. Wir aßen noch ein Brot und gingen früh ins Bett. Am nächsten Morgen zeigten uns Ada und Yve die Estancia. Ein sehr schönes Anwesen. Die Weiterfahrt ging über Chachapoyas, wo wir Geld holten, aber sonst nichts schönes entdeckten, in Richtung Bagua Grande. Dort konnten wir bei 40 Grad beim Hotel Rio im Garten stehen und auch den Pool benutzen. Kaum dass wir im Wasser waren, wurden wir auch schon von von drei jungen Peruanern, so zwischen dreizehn und vierzehn Jahre alt, umringt und ausgefragt. Sie waren sehr lustig. Nach einer heißen Nacht, es waren weit über dreißig Grad im Auto, fuhren wir weiter nach San Ignazio. Dort konnten wir auf dem Parkplatz hinter dem Gran Hotel stehen, bekamen Strom und den Schlüssel für die Dusche von einem leer gewordenen Zimmer. Abendessen nahmen wir auch in dem Restaurant vom Hotel ein. Außer uns war dort noch eine Familie aus Starnberg mit einem blauen Landy. Internet war mal wieder nicht parat. Früh um Acht trennten wir uns, um in entgegengesetzte Richtung weiter zu fahren.

Uns erwartete die Grenze zu Ecuador in 47 km. An der Grenze war erstmal das Häuschen nicht besetzt. Wir mußten warten, aber dann ging es für uns ganz schnell. Nur für das Auto brauchte der nächste Zollbeamte recht viel Zeit. Es mußten auch wieder Kopien in einer Tienda von den Papieren gemacht werden.

Dann ging es endlich auf die andere Seite zu den Ecuadorianern. Es war affenheiß an dem Grenzposten, 35 Grad im Schatten.

5.Bolivien

 

Am 28.Oktober haben wir uns, nachdem wir nochmal bei Copec vollgetankt haben, auf den Weg nach Bolivien gemacht. Der Grenzübertritt für uns beide fand noch in San Pedro statt. Für das Auto sollten wir das benötigte Papier oben auf dem Pass in ca. 80 km erhalten. Nah mal sehen, erstmal hoch! Unterwegs trafen wir noch das französische Paar mit der Azalai, von dem die Schweizer erzählt hatten. Bevor wir die erste Lagune zu sehen bekamen, mußten wir noch für die nächsten Tage Parkeintritt bezahlen. Nachdem das erledigt war ging es direkt zur Laguna Blanca und dann zur Laguna Verde. Nur Schotterwege, aber gut zu fahren. Die umliegenden Berge waren durch ihre Höhe und das Farbspiel sehr beeindruckend. Auf dem Weg zur Zollstation in einer Mine in 5.025 m Höhe, haben wir noch einen Stop bei den Geysiren gemacht. Wir waren den ganzen Tag unterwegs, bergauf, bergab. Schließlich haben wir die rote Lagune, die Laguna Colorada gegen Abend nach einem richtigen Höllenritt erreicht, denn wir haben wohl nicht die richtige Spur getroffen. Bei dem Licht sah sie wirklich weinrot aus. Auf jeder Lagune gab es unendlich viele Flamingos und andere Vögel zu sehen. Wir haben vor dem Hostel unser Dach hochgeklappt und sind früh schlafen gegangen, denn es war bitterkalt. Morgens hatten wir dann noch 4 Grad minus. Dennoch sind wir schon um 7:30 Uhr keuchend zur Lagune marschiert, um schöne Fotos von den Flamingos im Morgengrauen zu machen. Frühstück und duschen fiel aus. Wir bekamen kein heisses Wasser. Also weiter in Richtung Uyuni. Unterwegs gab es noch die ein oder andere Lagune, ebenfalls mit Flamingos.

Gegen Abend kamen wir dann in Uyuni an, nahmen uns ein Zimmer im Hotel Tonito und aßen abends Pizza. Sehr zu empfehlen. Am nächsten Morgen haben wir dann Geld getauscht und waren auf dem Markt von Uyuni, um ein paar Besorgungen zu machen. Die Trauben waren so groß wir Pflaumen, sehr lecker. Vor dem Hotel haben wir dann Serge und Sylviane aus der Schweiz getroffen, Bekannte von Cornelia und Jean. Wir haben uns für den Abend zum Essen verabredet.

Nachdem wir unser Auto haben waschen und für den Salar prepaieren lassen, haben wir getankt und ab ging es in Richtung Salar de Uyuni. Circa 20 km Asphaltstraße, dann ging es auf den Salzsee. Unbeschreiblich, soweit das Auge reicht, nur Salz statt Wasser. Im Hintergrund nur Berge, bzw. Felsen, die aus dem See schauten. Schwarze Punkte, die wir erspähten, stellten sich später als Autos heraus. Bei der Insel Incahuasi haben wir auf dem Salar unsere Markise aufgestellt und eine Pause gemacht. Dort waren auch etliche Touris aus aller Herren Länder mit Landcruisern und ihren Führern. Nachdem wir fast den ganzen Tag auf dem Salzsee rumgebrettert sind, haben wir uns dann abends in dem Hotel Les Jardins de Uyuni ein Zimmer genommen. Sehr schön. Zum Abendessen kamen dann die beiden Schweizer ins hoteleigene Restaurant und wir haben viel erzählt und gut gespeist.

Am nächsten Morgen sind wir, nachdem wir unsere Wäsche abgeholt haben, in Richtung Potosi gefahren. Die Straße war recht gut, sodass wir schon mittags in Potosi waren. Es war uns dort aber zuviel Trubel, darum sind wir einfach durchgebraust. Weiter ging es auf einer ebenfalls guten Straße mit unzähligen Lamas, Schafen und Ziegen am Straßenrand nach Sucre zu Felicidad und Alberto in den Garten. Auf der Fahrt dorthin war es sehr heiß, wir hatten teilweise 36 Grad und mehr in den Bergen. Aber es waren tolle Aussichten auf Bergformationen, in tiefe Canyons. Auch gab es unterwegs Ackerbau und Viehzucht, sowie viele schön angelegte Gemüsegärten.

In Sucre haben wir jeden Tag im Mercado eingekauft, was wir so brauchten. Das Gemüse und Obst war geschmacklich einfach toll. Am 2.11. war in Sucre Allerheiligen, also Feiertag. Deshalb gab es kein Brot und andere Lebensmittel zu kaufen. Wir aßen in einer Pollerie ein dickes Hähnchen. Perfekt! Als wir wieder kamen, hatte sich neben uns eine Familie mit 4 kleinen Kindern aus Frankreich mit Anhänger aus Südafrika und Dachzelt niedergelassen.

Am nächsten Tag kamen noch Tim und Jule mit Chicha dazu. Nachts gab es noch Disco in der Nähe. Ganz schön laut.

Wir sind in der Casa de la Libertad gewesen und haben eine englische Führung mitgemacht. Das war geschichtlich sehr interessant. Am Abend sollte dort ein Treffen zwischen dem Präsidenten Evo Morales und dem Präsidenten von Peru Kuczinski stattfinden.

Am Samstag ist Michael zum Friseur gegangen und mit Fastglatze (1mm) wieder rausgekommen. Das hält die nächsten 8 Wochen.

Abends haben wir unseren Cob rausgeholt und mit allen auf dem Platz zusammen gegrillt, gekocht, gegessen und erzählt. Ein schöner Abend!

Am Sonntag sind wir mit dem Bus morgens um 8:30 Uhr nach Tarabuco auf den welt-bekannten Markt gefahren. Das hat Spaß gemacht. Wir haben eine Originaldecke, eine Tasche und eine Geldbörse gekauft. Gegen 15:00 Uhr waren wir wieder zurück.

Am Montag sind wir dann nach 6 Tagen Sucre, eine wirklich hübsche Stadt im Kolonialstil, in Richtung La Paz aufgebrochen. Haben aber noch in Cochabamba im El Ponche Halt gemacht. Das war wirklich urig. Unterwegs hatten wir teilweise 40 Grad, aber auch Schnee auf dem Paso Libertad. Verrückt!

Die Straße nach La Paz war auch wieder überraschend gut und überwiegend geteert. Tolle Aussichten unterwegs auf schneebedeckte Berge, sonst auch wieder viele Gemüsefelder. Es wird noch mit Rindviechern gepflügt. Wir mußten duch El Alto, der Schwesterstadt von La Paz, fahren, um zu unserem Hotel Oberland zu kommen.

Dort waren wir am auspacken, als wir mit Hummel-Hummel ……angesprochen wurden.

Es handelte sich hierbei um Gert, der seit 35 Jahren in Südamerkia lebt. Er bot sich an, uns am nächsten Tag durch bzw. über La Paz zu führen. Wir verabredeten uns für 9:00 Uhr morgens. Das Hotel von Walter ist sehr schön, leider gab es keine anderen Overländer , um sich auszutauschen. Dennoch haben wir dort gut gegessen und sind relativ früh ins Bett gegangen.

Am nächsten Morgen kam Gert und wir sind erstmal mit dem Taxi zur grünen Seilbahnstation gefahren. Die Seilbahnen von La Paz sind sehr beeindruckend, eine technische Meisterleistung. Man kann die Stadt von oben hervorragend anschauen. Gert hat uns zu Allem etwas Geschichtliches und auch neuzeitliches erzählen können. Es gibt aber nicht nur die grüne, nein die gelbe und auch die rote Seilbahn. Die blaue steht kurz vor der Eröffnung. Zwischen den Bahnen sind wir auch noch Taxi, Minibus und Tuff-Taxi gefahren. Auf dem organisierten Markt vor der Endstation der roten Seilbahn haben wir ein paar Kleinigkeiten gekauft. Die Marktfrauen waren sehr aufgeschlossen. Nittags haben wir in der Stadt in einem typischen Einheimischen-Lokal gegessen und Quinoa-Bier probiert. Das war fast neben einem Altersheim. Mit dem Taxi waren wir noch auf einem tollen Aussichtsturm. Von dort sind wir dann runtergegangen zu dem wichtigsten Platz der Stadt, dem Plaza Murillo mit Palacio Legislativo, usw…. Dann waren wir noch auf dem Hexenmarkt und sind anschließend mit dem Tuff-Taxi zum Hotel Oberland zurückgefahren. Es stiegen noch 2 junge Mütter mit Babies und zwei Männer zu. Vorne saß man zu dritt! Ein Erlebnis.

Bei dunklem Erdinger Importbier haben wir dann den Tag ausklingen lassen.

Von La Paz ging es am Donnerstag weiter in Richtung Titicacasee. Nachdem wir wieder durch El Alto fahren mußten, was wirklich eine Herausforderung war. Denn es gab wahnwitzige Umleitungen, sprich gelbe Pfeile, die uns richtig Zeit gekostet haben. Nach fast zwei Stunden waren wir dann endlich auf der Ruta 2, die noch lange nicht fertig sein wird. Immer wieder Baustellen auf der Fahrt. Nachdem wir endlich getankt hatten, es gab keinen Diesel, ging es dann in Richtung San Pablo de Tiquina, wo wir auf dem Titicacasee übersetzten mit der Fähre nach San Pedro de Tiquina. Dann hinterrücks durch die Berge in den Ort Copacabana am Titicacasee zu Martha auf den Campingplatz Suma Samawi, direkt am See gelegen.

Um in den Ort zu kommen, muß man etwa 1,5 km zurücklegen. Es ist schon touristisch. Am Ankunftstag gab es einen Wettbewerb von Spielmannszügen in der Stadt. Am zweiten Tag haben wir Leute wiedergetroffen, denen wir schon mehrfach in Sucre begegnet waren. Die Welt ist doch klein.

Heute haben wir beschlossen, noch zwei Tage hier zu bleiben. Es ist schön ruhig hier auf unserem Platz. Wir haben heute die geschmückten Autos vor der Kathedrale stehen sehen, die sich die Autobesitzer segnen lassen.

Am Sonntag ab 15:00 Uhr stieg hier auf dem Platz bei Martha eine kleine Party von Einheimischen mit ca. 15 Personen, einem DJ mit riesigen Boxen + lauter Salsa-Musik. Aber es wurde nicht getanzt. Die Kinder waren in weiß gekleidet und die Frauen in traditioneller Kleidung, wirklich hübsch. Die Männer waren zeitgemäß gkleidet. Als Geschenke gab es einen kleinen Schrank und ein Bett. Es wurde viel Bier getrunken. Erst als es stockfinster war standen alle auf zum Tanzen. Ich wollte das fotografieren, aber es war zu dunkel. Die Männer haben mich gepackt und ich mußte mit jedem tanzen, bis ich keine Luft mehr bekam. So gegen 22:00 Uhr war das Fest dann vorbei, ich glaube wegen der Kälte. Die Nacht hatte höchstens 6 Grad.